Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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wollen, ſo will ich dem Boten nachlaufen, ich weiß ihn zu finden, denn er iſt hier geradeüber zu dem General Rothenburg gegangen.

Mache, daß Du hinauskommſt, Tölpel, und ver⸗

ſchone mich mit Deinen Dummheiten, ſchrie Herr von Ppöllnitz, indem er die Hand erhob und ganz bereit war, ſie auf den Rücken ſeines demüthigen Dieners niederfallen zu laſſen. Dieſer entfloh eilig aus dem Gemach und Herr von Pöllnitz war nun wieder allein mit ſeinen Zukunftsträumen.

Er erbrach haſtig das Siegel des königlichen Briefes und ſchlug ihn auseinander. Nicht vom König ſelbſt, ſondern nur von Fredersdorf, murmelte er unwillig und begann zu leſen. Aber während des Leſens ver⸗ finſterte ſich ſeine Stirn immer mehr und ſeine Lippen murmelten Worte der Verwünſchung und des Zorns.

Abgeſchlagen! rief er, als er zu Ende geleſen und das zuſammengeballte Papier ingrimmig zu Boden ſchleuderte. Abgeſchlagen! Der König hat kein Geld für mich! Der König gebraucht all' ſein Geld für den Krieg, der eben wieder ausbricht, und wenn ich mich davon überzeugen will, ſoll ich he. e Abend um eilf Uhr mich am mittleren Portal des Schloſſes ein⸗ finden. Da ſoll ich ſehen, daß der König kein Gald hat. Seltſame Zumuthung! Ich würde lieber hin⸗ gehen, um zu ſehen, daß er Geld hat, denn wenn er das hat, ſo giebt es zuletzt immer noch ein Mittel, etwas davon zu bekommen. Indeß werde ich jeden⸗ falls hingehen. Ein ſeltſames Rendezvous, in der That. Ein nüächtliches Rendezvous zwiſchen einem banquerotten Reichsbaron und einer leeren Börſe!

Man könnte eine Tragödie daraus machen.— Aber wenn der König kein Geld hat, ſo muß ich ſehen, es