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und ſchönen Briefe geſchildert hatte, auf den er ver⸗ geblich ſeit dieſem Morgen die Antwort erwartete.
Was ſollte er beginnen, wenn der König hartherzig und grauſam blieb? Aber nein, das war ja unmög⸗ lich, der König konnte ſo weit nicht gehen, es war eine Art heiliger Pflicht für ihn, ſich des langjährigen, treuen Dieners ſeines Hauſes, welcher ſchon dem drit⸗ ten Könige Preußens diente, zu erbarmen. Pöllnitz V gehörte gewiſſermaßen zur königlichen Familie, er war V ein übernommenes Inventarium, und das darf man nicht geringſchätzen, nicht bei Seite werfen.
Er hatte alle ſeine Mittel erſchöpft, er hatte ge⸗ borgt bei Juden und Chriſten, er hatte mit ſchönen Redensarten und erheiternden Erzählungen aus den ſonſt unbezwingbaren Taſchen reicher Spießbürger ſo⸗ gar Geld hervorgelockt, alle ſeine Freunde hatten un⸗ eingelöſte Geldſcheine von ihm aufzuweiſen, ſein eige⸗ ner Bedienter ſogar hatte ſich bethören laſſen, und die Erſparniſſe langer Jahre ſeinem Herrn geopfert. Er, wie geſagt, hatte Jahre lang daran geſpart und doch war die Summe kaum groß genug geweſen, daß Pöll⸗ nitz davon eine Woche lang den noblen Cavalier, den reichen, verſchwenderiſchen, großmüthigen Herrn ſpie⸗ len konnte.
Mein Gott, welche Opfer hatte er nicht ſchon ſei⸗ ner Geldnoth gebracht, welche Demüthigungen hatte er nicht um ihretwillen ſchon erleiden müſſen, und alles vergeblich! Vergeblich, daß er drei Mal ſchon ſeine Religion gewechſelt hatte, daß er ſich ſo weit herabgelaſſen, eine Kaufmannstochter, ja, ſogar eine reiche Schneiderstochter heirathen zu wollen. Alles war ihm fehlgeſchlagen, und ſogar die Schneiderstoch⸗ ter, ſogar Anna Prickerin, hatte ihn verſchmäht. 3 Und doch hätte Alles noch gut gehen können, ſagte


