Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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Ich will es, Sire!

Nehmen Sie alſo die Feder und unterzeichnen Sie unſern Contract. Sweerts, kommen Sie hierher und unterzeichnen Sie, und Du, Fredersdorf, halte Deine Siegel bereit. Der Contract iſt fertig!

Ein trauriger Contract, wirſt Du ſagen, fuhr der König lächelnd fort, indem er ſich an Fredersdorf wandte. Ein trauriger Contract, welcher die Signora ebenſo mißhandelt, wie der König es mit mir thut. Der König iſt ein wahrer Ehehaſſer, nicht wahr? Nein, nein, Fredersdorf, ich will Dir den Beweis ge⸗ ben, daß Du Dich irrſt. Man hat mir geſagt, daß der Grund Deiner jetzigen Krankheit darin beruht, daß ich Dir nicht erlauben wollte, Dich zu vermählen. Nun denn, Fredersdorf, ich will heute nicht hartherzig ſein. Iſt doch meiner Eheſchen heute ſchon ein un⸗ ſchuldiges Opfer gefallen, hat doch die ſchöne Signora Barberina meinem Wunſche nachgeben und ſich ver⸗ pflichten müſſen, unvermählt zu bleiben. Um ihret⸗ willen, Freund, begnadige ich Dich! Gehe hin und nimm Dir das Weib, welches Du liebſt, und wenn der Prieſter Euch zuſammen gethan, ſollſt Du mit Dei⸗ ner Frau eine kleine Luſtreiſe nach Paris machen, auf meine Koſten, verſteht ſich!*)

*) Fredersdorf, nachdem er endlich vom König die Erlaubniß zu ſeiner Verheirathung mit der Tochter des reichen Banquier Daun erhalten, vermählte ſich mit ihr und machte eine Reiſe nach Frankreich, von der er aber düſterer und ſchwermüthiger, als je zu⸗ vor, zurückkehrte. Seine Leidenſchaft, Gold zu machen, Tiorre ſich immer mehr. In Potsdam baute er ſich zu dieſem Zweck ein gro⸗ ßes Laboratorium, ebenſo in Berlin in ſeinem Hauſe in der großen Friedrichsſtraße Nr. 210. Seine Gehülfin und Gefährtin bei dieſen chemiſchen Verſuchen war indeſſen nicht ſeine Frau, ſondern eine da⸗ mals ſehr bekannte Wahrſagerin, Namens Düſterhaupt. Freders⸗ dorf ſtarb im Jahre 1758. Siehe: Rödenbeck Tagebuch S. 37.