Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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ten nicht, welch ein berauſchendes Gift Sie da in mein Ohr träufelten, welch einen Zauber Sie damit über mein ganzes Leben ausbreiteten! Ich ging unter die⸗ ſen Worten hin, wie unter einem goldenen Baldachin, freudetrunken, ſelig, götterſtolz. Ich las dieſe Worte 3 nicht bloß in meinem Herzen, ich las ſie auf jeder Blume und auf jedem Blatt, ich las ſie dort oben am Himmel mit Sonnenglanz und Sternenfunkeln hinge⸗ ſchrieben. Ich träumte von ihnen, wie man von Feen⸗ paläſten und von ſingenden Sternen träumt, und in jedem Vogelgeſang und in jedem Triumphgeſchrei, mit welchem die Menge mir zujauchzte, hörte ich nichts als dieſe himmliſchen Worte:„ich denke immer an Sie.“ Ich lebte von ihnen, während Sie fort wa⸗ ren, ich ſchrieb ſie mit meinen Blicken auf jenen leeren Seſſel, der mir im Theater gegenüber ſtand, und da⸗ hin ſchaute ich, und ihnen zu Liebe tanzte ich! Aber plötzlich fand ich auf dieſem Seſſel nicht mehr bloß meine goldenen Sternenworte, Sire, ich fand da zwei andere Sterne, zwei große wundervolle Angenſterne, deren Glanz meine Sinne verwirrte, weil ich nicht vorbereitet war. Nein, Sire, es war keine elende Theaterkomödie, kein erlerntes Kunſtſtück. Ich ſank ohnmächtig zuſammen, als ich Sie ſah, es war eine wirk⸗ liche Ohnmacht, und von jener Stunde an weiß ich, daß man nicht ſtirbt vor Freude und Entzücken, daß man nur ohnmächtig wird. Ich weinte die ganze Nacht, Sire, Gott weiß, ob vor Entzücken oder vor Scham. Am andern Tage, ja, da habe ich eine Lüge begangen. Ich ſtieß mein Stilet in meinen Fuß, um die Welt zu hintergehen, weil ich nicht wollte, daß die Menſchen wüßten, was nur Gott wiſſen ſollte, daß Barberina in Ohnmacht gefallen, weil ſie den König ſah und weil ſie fühlte, daß ſie ihn nicht mehr haßte,

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