Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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den, einen Künſtler, damit ſich die Barberina nicht gar ſo einſam unter uns rohen Barbaren vorkomme.

Welchen Künſtler, Sire?

Den Maler Pesne, Freund! Geh' ſelber zu ihm und lade ihn ein, und ſage ihm, er möge auch Blei⸗ ſtift und Papier mitbringen, denn gewiß wird er dem Verlangen nicht widerſtehen können, ſich eine Skizze von der ſchönen Nymphe zu entwerfen.

3 Sire, befehlen Sie ihm das zu thun, und dann aus der Skizze ein lebensgroßes Gemälde zu machen.

Ah, Du wünſcheſt Dir ein Portrait der Barberina?

Ja, Sire, aber nicht um es zu behalten!

Wozu denn?

Um die Freude zu haben, es Euerer Majeſtät zu ſchenken..

Und warum das?

„Weeil ich ſo eitel bin zu glauben, daß dieſes Ge⸗ mälde dann ein wenig Werth für Sie hätte, ſagte Rothenburg mit ſeinem ſchlaueſten Lächeln. Was liegt Euerer Majeſtät an einem Portrait der Barberina? Gar nichts, natürlich. Aber wenn dieſes Portrait nicht allein ein von Pesne gemaltes Kunſtwerk, ſondern auch die Liebesgabe eines Freundes iſt, dann wette ich, daß es für Euer Majeſtät Werth erhält und daß Sie vielleicht die Gnade haben, es in einem Ihrer Zimmer aufzuhängen.

Du, Du, ſagte der König, indem er ſeinem Lieb⸗ ling lächelnd mit dem erhobenen Zeigefinger drohte, mir graut vor Dir! Ich glaube, Du belauerſt meine innerſten Gedanken und machſt meine Wünſche zu Deinen Bitten. Aber ich will als ein gutmüthiger Narr Dir auch dieſe Bitte noch erfüllen. Geh; alſo hin und lade die Barberina ein, auch den Maler Pesne, und beauftrage ihn zugleich, ein lebensgroßes