Bild der Barberina zu malen. Er ſoll mir einige Skizzen vorlegen und ich will eine derſelben aus⸗ wählen.*)
Ich danke Euerer Majeſtät, ich danke! rief der General, und jetzt mögen Euere Majeſtät die Gnade haben, mich zu entlaſſen, damit ich eilen kann, meine Einladungen zu machen. 4
Der König entließ ihn, aber als der General ſchon auf der Thürſchwelle ſtand, rief er ihn noch einmal zurück.
Du haſt ſo gut meine Gedanken errathen, ſagte er, ich will Dir nun zeigen, daß ich auch die Deinen errathen kann. Du denkft, ich ſei verliebt!
Verliebt! Ich ſollte wagen, das zu denken! rief der General, indem er die Hände faltete und die Augen gen Himmel wandte, wie die Frommen es zu thun pflegen. Verliebt! Und ich ſollte ein ſo unheiliges Wort in Verbindung mit meinem heiligen König bringen! 4
Der König lachte. Nun, was die Heiligkeit an⸗ belangt, ſagte er, ſo wird mich der heilige Antonius gerade nicht für ſeinen Bruder erklären. Aber ver⸗ liebt bin ich doch nicht.
Er trat haſtig zu dem Fenſter, auf deſſen Sims
Hein japaniſcher Roſenſtock in voller Blüthe ſtand. Der König pflückte eine dieſer vollen glühenden Blüthen, und indem er ſie dem General darreichte, ſagte er: ſieh ſie nur an, iſt ſie nicht bezaubernd ſchön? Und glaubſt Du denn, daß ich dafür kein Herz und kein
*) Das auf Befchl des Königs gemalte lebensgroße Portrait der Barberina befand ſich früher in dem Cabinet des Königs, und hängt noch jetzt im königlichen Schloſſe zu Berlin, in einem der Säle in der zweiten Etage nach dem Schloßplatz hinaus. 4


