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ſich von Geſchlecht zu Geſchlecht fort, als ein theures Vermächtniß an Liebe, das jeder Vater ſeinem Sohn hinterließ. So wird es auch mit König Friedrich dem Zweiten ſein. Er verſteht es, nicht bloß der König und der Held, ſondern auch der Mann des Volkes zu ſein, und darum wird nicht bloß ſein Ruhm von der Muſe in die ehernen Tafeln der Geſchichte einge⸗ graben werden, ſondern jeder Mann aus dem Volke
* wird ihn auf die leeren weißen Blätter in ſeiner Bi⸗
bel aufſchreiben, da werden ſeine Enkel und Urenkel es leſen, und aus dieſen Aufzeichnungen werden die Geſchichtsforſcher ſpäterer Jahrhunderte das Zeitalter des großen Friedrich ergänzen und die ehernen Ge⸗ ſchichtstafeln üͤberſtrahlen und ausfüllen. Möge es ſo ſein, ſagte der König ernſt und feier⸗ lich. Du weißt es, Freund, ich bin ehrgeizig, und ich glaube, der Ehrgeiz iſt von allen Leidenſchaften die⸗ jenige, welche am längſten andauert und deren bren⸗ nender Durſt niemals gelöſcht wird. Als Kronprinz war es für mich ein demüthigendes, entſetzliches Ge⸗ fühl, zu wiſſen, daß alle anſcheinende Liebe, alle Hoch⸗ achtung und Rückſicht, welche man mir zollte, nicht mir, dem Menſchen, ſondern nur dem Prinzen, dem Sohn eines Königs, galten. Mit welcher Bewunde⸗ rung, welcher Vergötterung ſchaute ich empor zu Vol⸗ taire. Er bedurfte keiner Titel und keiner hohen Ge⸗ burt, um beachtet, verehrt, beneidet und von der gan⸗ zen Welt vergöttert zu werden. Ich aber mußte Ti⸗ tel, Rang, Vornehmheit, glänzende Revenüten, einen fürſtlichen Stammbaum haben, um die Blicke der Menſchen auf mich lenken zu können. Ach, wie oft, wie oft erinnerte ich mich damals an die Geſchichte von jenem großen Fürſten, der, als er von ſeinen Feinden umzingelt und im Begriff ſtand ſich ihnen zu


