Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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der Flöte, ſeine Zuflucht nahm. Selbſt den ſanſten Melodien, welche er der Flöte zu entlocken verſtanden, wollte ſie nicht weichen, denn ſie war nicht blos auf ſeiner Stirn, ſondern auch in ſeinem Herzen, und machte ihn trübe und traurig.

Vielleicht war es der Schmerz um die Trennung von ſeiner Schweſter, welcher das Antlitz des Königs ſo umdüſterte, und ihn ſogar unfähig machte, die Flöte zu blaſen. Am geſtrigen Abend war Prinzeſſin Ulrike abgereiſt, nachdem ſie noch zuvor im Opernhauſe, wo man die Oper Rodelinde gab, gewiſſermaßen von den Berlinern Abſchied genommen, indem ſie ſich ihnen zum letzten Male auf einige Stunden zeigte. Wäh⸗ rend da drinnen auf der Bühne die Sänger ihre ſchönſten Melodien ſangen, die ganze Kunſt ihres Ge⸗ ſanges entfalteten, ſtanden draußen vor dem Opern⸗ hauſe ſchon die Reiſewagen bereit, denn der König, welcher es gern vermied, ſein allzuweiches Herz auf⸗ zuregen und zu rühren, hatte befohlen, daß die Prin⸗ zeſſin gleich nach der Oper in den bereitſtehenden Reiſewagen ſtiege, und ohne Abſchied von dannen führe. Das Publikum wußte das, und nahm wenig⸗ ſtens mit ſeinen Blicken, mit der Theilnahmloſigkeit, die es der Bühne bewies, um ſeine Theilnahme ganz der königlichen Loge zuzuwenden, Abſchied von der Prinzeſſin, welche heute zum letzten Mal im Glanze ihrer Schönheit, ihrer Jugend und ihrer ſtolzen könig⸗ lichen Haltung vor ihnen erſchien. Es herrſchte daher eine ungewohnte Stille in dem großen Hauſe, eine Stille, die ſelbſt während des Zwiſchenactes anhielt; Jedermann blickte empor zu der Loge, wo die Prin⸗ zeſſin inmitten der beiden Königinnen ſaß. Jedermann ſah daher, wie plötzlich die Logenthür haſtig geöffnet

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