Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 38—

nur angelehnt ſein. Kommen Sie um elf Uhr Abends, und man wird Ihnen einen Erſatz geben für die Schärpe, welche Sie heute Abend verloren haben! Still, kein Wort mehr! Sehen Sie Sich nicht um, gehen Sie unbefangen weiter, wenden Sie auch nicht ein einziges Mal das Haupt rückwärts! Leben Sie wohl! In vier Tagen, um elf Uhr! Gehen Siel

Ah, ich werde ihm einen Harniſch anlegen müſſen, damit er unverwundbar iſt, flüſterte Amalie, als er gegangen war, und ſie ganz zitternd und keuchend, ganz erſchöpft vor innerer Aufregung wieder auf das Tabouret zurückſank. Die ſchöne Kleiſt ſoll mir mei⸗ nen Geliebten nicht entführen. Er liebt mich, mich allein, und jetzt ſoll er nicht mehr klagen, daß ich grau⸗ ſam bin. Ich darf nicht grauſam ſein, ihn nicht un⸗ glücklich machen, denn ſonſt würde ſie verſuchen, ihn zu tröſten, und ich will nicht, daß er etwas Anderes liebt, als mich allein. Wenn ſie es wagt, ihn noch länger zu verfolgen mit ihren Liebesblicken, ſo werde ich ſie ermorden! Das iſt Alles!

Ein Rönig, welcher ſchüchtern iſt.

Der König legte die Flöte fort, und ging unruhig und mißgelaunt in ſeinem Kabinet auf und ab. Eine Wolke ſtand auf ſeiner Stirn, er hatte vergeblich ver⸗ ſucht, ſie zu vertreiben, indem er zu ſeiner Freundin,