Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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ſie konnte nicht fühlen, wie ſein Herz ſtürmiſch häm⸗ merte und klopfte, und ihm den Athem beklemmte.

Wiſſen Sie, wer es iſt, der mit Ihnen ſpricht, er⸗

kennen Sie mich, ſo neigen Sie wieder Ihr Haupt! flüſterte die Stimme. . Evben rauſchte die Muſik höher auf, die aufundab⸗ walzenden Paare der Tänzer übertönten ſie faſt mit dem Geräuſch ihrer Füße, dazu das Sprechen und das Durcheinander von mehr als fünfhundert Perſonen, das Alles bot dem Geſpräch der beiden Liebenden hin⸗ reichende Sicherheit dar.

Friedrich von Trenck begnügte ſich nicht, nur wie⸗ der mit dem Haupte zu winken, er neigte ſich ſeitwärts und ſagte halblaut: ich erkenne die Stimme eines En⸗ gels ſehr wohl, und ich würde auf meine Kniee fallen und anbeten, wenn es meinem Engel ſelber nicht Ge⸗ fahr brächte und ihn von mir verſcheuchte!

Still, ſprechen Sie nicht mehr, flüſterte die Stimme, und Trenck hörte an ihrem Zittern und Keuchen, daß das Mädchen, welcher ſie angehörte, all' dieſe Gluth, dieſe Aufregung, dieſe Leidenſchaft empfand, welche ſein eigenes Weſen wie mit Feuerſtrömen durchtobte und wie mit Orgelklängen vor ſeinen Ohren brauſte.

„Sprechen Sie nicht mehr, aber hören Sie!l flüſterte die Stimme wieder. Uebermorgen reiſt Prinzeſſin Ulrike ab; alsdann begiebt ſich der König nach Pots⸗ dam und Sie werden ihn ohne Zweifel begleiten. Haben Sie ein ſchnelles Pferd, das den Weg von Potsdam nach Berlin auch bei Nacht zu finden weiß?

Ich habe ein ſchnelles Pferd, und für mich und mein Pferd giebt es keine Nacht!

In der vierten Nacht von heute an werden Sie das Fenſter, welches Sie kennen, offen finden, und die Thür, welche zu der kleinen Treppe führt, wird