Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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beneide ich die Frau, welche ſeine erſte Liebe ſein wird.

Sie meinen alſo, daß er noch niemals geliebt hat? 3

Ich bin deſſen ganz gewiß. Sein Herzensfeuer ruht noch unter den Schleiern ſeiner Jugend, und er verſteht es noch nicht einmal, wenn man ihn anlächelt, und ihm einen zärtlichen, verheißungsvollen Blick zu⸗ wirft.

Haben Sie das verſucht?

Ich hab's verſucht, und ich geſtehe Ihnen, daß es vergeblich geweſen iſt. Aber ich gebe ihn deshalb noch nicht auf, und ich werde meine Verſuche ſo lange er⸗ neuern bis—..

Die Damen entfernten ſich im leiſe fortgeführten Geſpräch. Prinzeſſin Amalie konnte nichts weiter hö⸗ ren, aber ſie kannte die Stimmen dieſer beiden Damen ſehr wohl, ſie wußte, daß es Frau von Brandt ge⸗ weſen und die junge Luiſe von Kleiſt, die Schönſte der Schönen, wie der König ſelber ſie noch geſtern genannt!

Und Luiſe von Kleiſt, die Schönſte der Schönen, die unwiderſtehliche Coquette, die von Anbetern und Bewunderern ſtets umdrängte Frau, Luiſe von Kleiſt, hatte ihrer Freundin geſtanden, daß ihre zärtli⸗ chen auf Trenck gerichteten Blicke vergeblich geweſen, daß ſie ſich vergeblich bemüht, das Eis ſeines Herzens zu ſchmelzen.

Aber ſie will ihre Bemühungen fortſetzen, flüſterte Amalie, deren Herz jetzt erbebte unter den erſten Kral⸗ lengriffen der Eiferſucht. Oh, ich kenne Luiſe von Schwerin, ſie wird ihn ſo lange verfolgen, ſo lange mit ihren Liebesblicken, ihren kecken Herausforderun⸗ gen, ihrem zärtlichen Schmachten belagern, bis er ſie

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