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res jungen Mädchenherzens nannte ſie das ein Ver⸗ brechen, ein Sacrilegium gegen die Liebe, die Treue und die Religion ſelber.
Ich werde das niemals thunl! flüſterte ſie leiſe in ſich hinein. Ich werde mich niemals verkaufen, nur meinem Herzen will ich folgen, nur dem Manne will ich angehören, den ich liebe.
Wie ſie das ſagte, überzog eine Purpurgluth ihre Wangen, und ſie ſchlug plötzlich die Augen groß und voll auf, als hoffe ſie den Mann ihrer Liebe vor ſich
zu ſehen, um ihm mit ihren leuchtenden Blicken wie⸗
derholen zu können, was eben ihre Lippen geflüſtert hatten. 1—
Nein, ganz gewiß, ich werde mich niemals ohne Liebe vermählen, flüſterte ſie weiter, ſtrahlend von Trotz und kühnem Jugendmuth. Und da ich liebe, und da man im Leben doch nur einmal lieben kann, 5 werde ich mich niemals vermählen, es müßte denn ein—
Sie ſtockte und neigte mit einem ſüßen Lächeln ihr Haupt auf ihre Bruſt. Ihre Lippen ſcheuten ſich, aus⸗ zuſprechen, was ihr Herz träumte und hoffte, dieſen Gedanken Worte zu geben, die wie glühende Lava in ihrer Bruſt kochten, und alle ihre Ueberlegung, ihre Beſonnenheit mit vernichtenden Feuerſtrömen überflu⸗ theten. Sie dachte, daß ihre Liebe vielleicht im Stande ſein möchte, das Herz des Königs zu rühren, daß er vielleicht in der Großmuth und Güte ſeiner Seele ihr erlauben könne, glücklich zu ſein, und eine Krone, nicht von Gold, ſondern nur von Myrthen auf ihr Haupt zu ſetzen. Sie wiederholte ſich im Geiſt alle dieſe wohlwollenden freundlichen Worte, welche der König heute an ihren jungen Geliebten gerichtet hatte, ſie ſah noch einmal dieſe wundervollen Augen des Königs mit
Mühlbach, Berlin u. Sansſouci ꝛc. II. 3


