Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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die Wirthe zu machen, indem ſie darauf achteten, daß Jedermann gut bedient, gut unterhalten und gut ge⸗ pflegt werde, während der Hof mit den Höchſten des Adels und der Behörden in der Bildergallerie zur Nacht ſpeiſete.

Was war dies für ein Gelächter, welches plötzlich in den anſtoßenden Sälen erſchallte und wie eine La⸗ wine ſich fortwälzend, immer lauter, immer mächtiger heranrollte, bis es das Ohr des Königs erreicht, ſo daß dieſer ſtaunend und verwundert ſeinen Ober⸗Ce⸗ remonienmeiſter beauftragte, nachzuforſchen, was dieſes laute Lachen, dieſes nicht endenwollende Jauchzen zu bedeuten habe.

In einigen Minuten ſchon kehrte Herr von Pöll⸗ nitz zurück. Neben ihm ging ein junger Offieier, deſ⸗ ſen wunderbar hohe ſchlanke Geſtalt, deſſen ſchönes, edles, von Kraft, Jugend, Stolz und Energie ſtrah⸗ lendes Angeſicht ſogar die Augen der ſtolzeſten Damen auf ſich zog und ſelbſt der Königin Mutter ein Lächeln des Beifalls abgewann.

Sire, ſagte Herr von Pöllnitz, man lacht da drin⸗ nen, weil irgend ein Witzbold ſich die Maske eines Diebes und Räubers vor ſein Antlitz gelegt hat, und in einer allzuweit getriebenen Neckerei Denjenigen ge⸗ rade, welchem Euere Majeſtät befohlen hatte, für die Ruhe und Sicherheit in den Sälen Sorge zu tragen, beſtohlen hat. Sehen Sie hier unſern jungen Lieu⸗ tenant von Trenck. Man hat ihm im Gewühl ſeine goldgeſtickte und mit goldenen Franzen verzierte Schärpe entwandt, und er im Eifer ſeines Dienſtes hat es nicht bemerkt, daß dieſe luſtigen Kobolde, welche er bändigen ſollte, gerade ihn zur Zielſcheibe ihres Ueber⸗ muthes gemacht hatten. Das iſt es, worüber man in den Sälen lacht, Sire.