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zu verweigern. Wer eine Einladungskarte vorzuzeigen hatte, war berechtigt, als der Gaſt des Königs die Reihe dieſer glänzenden Säle zu durchwandern, wer ohne Karte kam, mußte es ſich freilich gefallen laſſen, hinter dieſer ſeidenen Schnur zu gehen, welche an den Seiten der Säle angebracht war und eine kaum merk⸗ liche, doch aber unüberwindliche Barriere zwiſchen dem Volk und der Hofgeſellſchaft bildete.
Es war eine ſchwere, eine rieſenhafte Arbeit, in dieſen Maſſen, in dieſem ſich drängenden, ſtoßenden, neugierig gaffenden Volk, unter dieſen Tauſenden vor⸗ nehmer, geputzter, übermüthiger, der Etiquette und des Hofzwanges entfeſſelter Leute eine gewiſſe Ordnung aufrecht zu halten, oder auch nur dafür zu ſorgen, daß Jedermann als Gaſt des Königs ſeiner Würde gemäß bedient und bewirthet werde. Schaaren gold⸗ betreßter Lakayen flogen in nie raſtender Eilfertigkeit durch die Säle, auf den ſilbernen Plateaus die ſelten⸗ ſten Früchte, die auserleſenſten Speiſen, die koſtbarſten Weine an die halbverſchmachteten Gäſte des Königs umherreichend. Ungeheure Buffets, in jedem der Säle angebracht, enthielten eine verſchwenderiſche Fülle der köſtlichſten Speiſen und Getränke, überall hörte man Gläſerklang und das eſchäftige Schwirren und Kratzen der Meſſern und Gabeln, welches andeutet, daß der Magen in ſeine unabweislichen Rechte eingetreten iſt und die Huldigungen ſeines höhern Ich's entgegen⸗ nimmt.
Der König, in dem edlen und ſtolzen Vertrauen eines großen Herzens, hatte es abgelehnt, die Polizei zur Ueberwachung ſeiner Gäſte in dem Schloß Ein⸗ gang finden zu laſſen. Einige dienſthabende Officiere ſeiner Leibgarde waren beauftragt, in den Sälen ge⸗ wiſſermaßen die Stellvertreter des Königs zu ſein und


