Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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zu gratuliren und der Prinzeſſin ihre Geſchenke dar⸗ zubringen. Sie, welche ſo oft von der edleren und blendenderen Schönheit ihrer jüngeren Schweſter ver⸗ dunkelt worden, ward nun plötzlich der Mittelpunkt dller dieſer Feierlichkeiten und Verherrlichungen, die in athemloſer bunter Folge ſich aneinanderreiheten. Für ſie, für die Prinzeſſin Ulrike allein war es, daß der König im Opernhauſe einen Maskenball gab, an welchem die ganze Stadt Theil nehmen durfte, für ſie ſtrahlten am Abend ihrer Vermählung alle Straßen im hellſten Kerzenglanz der nicht befohlenen, ſondern freiwilligen Illumination, für ſie gab die Königin in Schönhauſen ein glänzendes Ballfeſt, für ſie hatte der ſchwediſche Geſandte ein Feſt arrangirt, deſſen verſchwenderiſcher Luxus und fabelhafter Prunk ihr vielleicht einen Vor⸗ ſchmack der Herrlichkeit geben ſollte, die ſie in ihrem neuen Vaterlande, in Schweden, erwartete; für ſie endlich fand dieſer Maskenkall im königlichen Schloſſe ſtatt, zu dem der ganze Adel nicht bloß, ſondern auch ein guter Theil der vornehmen, reichen und angeſe⸗ henen bürgerlichen Familien Berlins Einladungen er⸗ halten hatte. 3 Mehr denn dreitauſend Menſchen wogten in dieſen von Blumenduft, von Kerzenglanz, von Diamanten⸗ geflimmer und Gold⸗ und Silberſtickereien ganz erfüll⸗ ten Sälen auf und ab. Ueberall ſah man freudige Geſichter, glänzende Toiletten. Alles was auf Schön⸗ heit, Jugend, auf Rang, Anſehen, Ruhm und Würden Anſpruch zu machen hatte, war heute in der Sälen des Schloſſes verſammelt, und hinter den Reihen der geputzten Damen, der glänzenden Cavaliere wogte das geputzte, das ſtaunende, vor Verwunderung verſtummte Volk auf und ab. Der König hatte befohlen, heute keinem anſtändig gekleideten den Eintritt in das Schloß