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Das Auge des Königs ruhte mit einem Ausdruck
ſo innigen Wohlgefallens auf der Geſtalt ſeines jungen
Officiers, daß Prinzeſſin Amalie, welche es ſah, ihr Herz beben fühlte vor Freude und Entzücken. Ein höheres Roth färbte ihre Wangen, eine ſelige Freude durchglühte ihr ganzes Weſen, die Freude, Den, wel⸗ chen ſie liebte, von ihrem erhabenen und angebeteten Bruder, von dem König anerkannt und geliebt zu ſehen.
Ich habe Ihn heute den ganzen Abend ſchon be⸗ wundert, ſagte der König in ſeiner heitern, ſcherzhaften Weiſe. Gleich dem Auge der Vorſehung trägt Er Seinen Blick bis in die entfernteſten Winkel, und ſieht Alles, was geſchieht. Ueberall, wo Er ſich zeigt, herrſcht Ruhe, Anſtand und Stille. Daß Sein Blick, der Alles ſieht, nur Seine eigene Perſon nicht überwachte, das zeigt, daß Er nicht eitel iſt, und nicht an Seine eigene Perſon denkt, wenn es gilt, einen erhaltenen Befehl auszuführen. Ich werde mich deſſen erinnern und Ihn zu belohnen wiſſen, wenn nicht hier im Ball⸗ ſaal, doch vielleicht auf dem Schlachtfeld, wo Er, das weiß ich gewiß, ſich Seine Schärpe nicht würde ſteh⸗ len laſſen.*)
Er reichte dem jungen Officier die Hand dar, welche dieſer innig an ſeine Lippen drückte. Dann wandte ſich der König lächelnd an die Königin Mut⸗ ter. Ich weiß, Madame, ſagte er, daß Ihnen der junge Baron ſchon empfohlen iſt, aber ich erlaube mir, Ihnen denſelben auch meinerſeits zu empfehlen. Mö⸗ gen Sie die Gnade haben, ihn zu einem Cavalier zu bilden; ich werde ihn zu einem Krieger bilden, und
*) Thiébault. Vol, III. pag. 195 folgd.


