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III. Das Hochzeitsfeſt der Prinzeſſin.
Freilich, für Einen Tag hatte der perfide und heuchleriſche Freund das Geheimniß des jungen Paares vor der Entdeckung bewahrt! Aber es kam ein neuer Tag, und an dieſem Tage hatten ſie das gefährliche Gift, welches Pöllnitz ihnen in ſeiner Alles berechnen⸗ den Weltklugheit bereitet hatte, durch ihr Auge und ihr Ohr in ihr Herz einziehen laſſen! An dieſem Tage ſahen ſie ſich unter dem Zwange, ſich nur durch Blicke, durch Seufzer, durch verſtohlene Händedrücke und flüchtige, leis gemurmelte Worte einander ihre Liebe und ihr Entzücken andeuten zu können, weil die Gegenwart anderer, uneingeweiheter Perſonen ihr Herz wie ihren Mund in Feſſeln legte. Nun aber wußte Pöllnitz ſehr wohl, daß es kein wirkſameres Mittel gäbe, ein junges Mädchen zu einem Rendezvous mit ihrem Geliebten zu veranlaſſen, als, daß man ihnen ein Zuſammenſein ves fren der Zeugen gewähre, daß man ſie Beide zum Zwang, zur Verſtellung, zum Schweigen verdamme. Das ſo gefeſſelte Herz ſehnt ſich um ſo glühender, dieſe eiſernen Bande des Schwei⸗ gens abzuwerfen, und ſich in freier, ungefeſſelter Lie⸗ besluſt aus der bedrückenden Gefangenſchaft emporzu⸗ heben.
Als Prinzeſſin Amalie zwei Tage dieſe Marter des Zuſammenſeins mit dem Geliebten vor Zeugen
ertragen hatte, war ſie feſt entſchloſſen, ihm eine aunu 3 5 8*


