Jahre alt iſt, und die immer doch nur eine ſchöne, aufgeputzte, phantaſtiſche Lüge ſind. Handeln Sie, mein junger Freund, aber ſprechen Sie nicht, denn, Sie wiſſen es wohl, die Wände haben Ohren, und der Tiſch, auf welchem Sie Ihre Briefe ſchreiben, hat Augen, ebenſo gut, wie die Chatoulle, in welche ſie dies Briefchen der Prinzeſſin legen, um es für alle Ewigkeit aufzubewahren. Seien Sie vorſichtig, vorſichtig! Verbrennen Sie die Briefe der Prinzeſſin, ſchreiben Sie die Ihrigen mit ſympathetiſcher Tinte, mit Chiffern, damit Niemand ſie zu leſen vermag, damit nur Gott, der Teufel und ich Ihre gefährliche Liebſchaft kennen.
Aber Trenck hörte nicht auf ihn. Er war zu glücklich, zu leidenſchaftlich und endlich zu jung, um die bedachtſamen Worte des alten Rone's in ſich auf⸗ nehmen und auf ſie achten zu können. Er las mit immer ſich ſteigerndem Entzücken den Brief der Prin⸗ zeſſin, das ſo lang erſehnte und erflehte Antwort⸗ ſchreiben auf ſeine Briefe, er drückte das Papier an ſein hochklopfendes Herz, an ſeine glühenden Lippen, und heftet dann wieder ſeine Augen auf dieſe Zei⸗ lene welche ihre Hand geſchrieben, ihr Herz dictirt hatte.
Pöllnitz ſah ihm mit einem ſtillen, überlegenen Lächeln zu, wie der Fuchs zuweilen, wenn er gewiß iſt, daß ſie ihm nicht mehr entgehen kann, den luſti⸗ gen Flügelſchlägen, dem zärtlichen Gebahren der Taube zuſchaut, und ihr noch einen Augenblick Zeit gewährt, glücklich zu ſein, bevor er ſie erwürgt.
Ich wette, Sie wiſſen das Byxiefchen bereits aus⸗ wendig, ſagte er endlich, indem er langſam und be⸗ dächtig Feuer anſchlug und ein Licht anſteckte, um ſich


