Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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Vortheil davon zu ziehen wüßte. Oh, König Friedrich, König Friedrich, ich glaube, Prinzeſſin Amalie wird ſich wenig darum kümmern, daß es verboten iſt, dem armen Reichsbaron von Pöllnitz Geld zu leihen. Sie wird mir Geld, ich hoffe ſehr viel Geld leihen, und ich werde es ihr mit meinem Schweigen wieder be⸗ zahlen.

Und dieſen heiteren und glücklichen Gedanken nach⸗ hängend, begab ſich der Oberkammerherr zu dem jun⸗ gen Lieutenant Friedrich von Trenck, um ihm das Briefchen der Prinzeſſin einzuhändigen.

Die Feſtung iſt ſehr bereit zur Uebergabe, ſagte er, laufen Sie jetzt Sturm und Sie werden als Sie⸗ ger in die geöffneten Herzensthore einziehen. Ich habe Ihnen eine Gelegenheit eröffnet, die Prinzeſſin jetzt alle Tage zu ſehen, benutzen Sie dieſelbe, wie ein tapferer, ſchöner, junger und liebender Cavalier ſie benutzen muß, und bei Gott, Sie werden bald ein General, ein Fürſt oder ſonſt etwas Ungeheuerliches werden.

Ein General, ein Fürſt, oder auch ein Hochver⸗ räther, der ſein Haupt auf den Block legen und mit ſeinem Leben ſeine Schuld ſühnen muß, ſagte der junge Lieutenant von Trenck gedankenvoll. Mag es aber immerhin ſo ſein. Um ein ſolcher Hochverräther ſein zu können, muß ich vorher der glückſeligſte, be⸗ neidenswertheſte Menſch geweſen ſein, und das iſt nicht zu theuer mit dem Tode gebüßt. Oh, Amalie, Amalie, ich liebe Dich grenzenlos. Du biſt meine Seligkeit, mein Glück und meine Hoffnung, Du Genug, genug, rief Pöllnitz lachend, indem er ſich die Ohren zuhielt, das ſind lauter allbekannte, allge⸗ brauchte Phraſen, die man ſeit Adams Zeiten in allen Sprachen wiederholt, wenn man verliebt und zwanzig