Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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Euere Königliche Hoheit thun mir zu viel Ehre 8 an, ſagte Pöllnitz. Leider bin ich nicht der Teufel, welcher doch ohne Zweifel nächſt Gott der mächtigſte Herr und Gebieter der Erde iſt, und dem drei Viertel der Menſchheit zum Allermindeſten angehören. Leider

bin ich nur ein armes ſchwaches Menſchenkind, und

meine Worte haben nicht einmal die Kraft, das Herz Euerer Königlichen Hoheit zum Erbarmen zu be⸗ wegen. 4

Mein Gott, aber wozu eine Unterredung? rief Amalie faſt angſtvoll. Erlaube ich ihm nicht, mir Alles zu ſchreiben, was er denkt und empfindet, und bin ich nicht verbrecheriſch und ſündhaft genug, ſeine Briefe zu leſen und ihm die Sprache derſelben zu verzeihen? Was verlangt er noch weiter? Iſt es nicht genug, daß ich ihm erlaube mich zu lieben und es mir zu ſagen? Nicht genug

Plötzlich ſtockte ſie. Ihre Augen, welche ſich ſcheu⸗ ten den halb ironiſchen, halb vorwurfsvollen Blicken der Barons zu begegnen, waren ruhelos im Zimmer umhergeſchweift, und hafteten jetzt wieder auf dieſem Bilde von Watteau, auf dieſem glücklich lächelnden Liebespaar, das in zärtlichſter Umſchlingung unter der Eiche inmitten dieſer reizenden Landſchaft ſaß.

Dieſe Gruppe, welche ſich ganz zufällig dem Auge der Prinzeſſin darbot, war eine beredte und entſchiedene Antwort auf ihre Frage, welche die Prinzeſſin nicht mit ihren Ohren, ſondern mit ihren Augen empfing, und welche ihr Herz erbeben machte.

Pöllnitz war ihren Blicken gefolgt, und hatte ſehr wohl ihr Erröthen und ihre Verwirrung verſtanden. Er trat jetzt zu dem Bilde und deutete mit ſeinem Zeigefinger auf dieſe zärtliche Schäfergruppe hin.

Gnädigſte Prinzeſſin, ſagte er lächelnd, fragen Sie