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8 ſein, ſagte er, und dennoch iſt es ſo wenig, was Euere Königliche Hoheit ihm gewähren, und es liegt in Ihrer Hand, ihn noch ſo viel höher, ſo viel himmliſcher zu beglücken. Dennoch iſt es Ihnen vorbehalten, ihm einen Wunſch zu erfüllen, den ſeine Lippen niemals wagen werden auszuſprechen, den nur Gott und das Auge eines treuen Freundes in ſeinem Herzen leſen können.
Und welches iſt dieſer Wunſch? fragte die Prin⸗ zeſſin, aber ſo leiſe, mit ſo zitterndem Geflüſter, baß Pöllnitz ihre Worte mehr errathen als verſtehen onnte. 4
Ich glaube, ſagte er leiſe, er würde das Glück, eine Stunde zu Ihren Füßen ſitzen und Sie an⸗ ſchauen zu können, gern mit ſeinem Leben bezahlen.
Nun, Sie haben ihm ja dazu die Gelegenheit ge⸗ geben, erwiederte Amalie verwirrt, Sie haben es ſehr geſchickt ſo eingerichtet, daß ich einem Begegnen mit ihm nicht mehr ausweichen kann.
Ah, Prinzeſſin, wie troſtlos würde er ſein, wenn er dieſe kalten und grauſamen Worte hörte. Ich mußte ihm wenigſtens dieſen Schein eines Glückes ge⸗ währen, da ich nicht im Stande bin, ihm das Glück ſelber zu verſchaffen. Euere Königliche Hoheit ſind ſehr graufam, ſehr unerbittlich gegen meinen armen unglücklichen Freund! Mein Gott, er erfleht von Ihrer Gnade nur das, was der Geringſte ſeiner Unterthanen von Ihrem königlichen Bruder erbitten darf, er fleht Sie an um eine Audienz, das iſt Alles!
Die Prinzeſſin richtete ihre großen flammenden
„Augen mit einem unausſprechlichen Ausdruck auf Pöllnitz hin. 4
Apage Satanas! flüſterte ſie mit einem mühſamen Lächeln.
Mühlbach, Berlin und Sansſonuci ꝛc. II. 2


