Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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dieſe beiden Seligen da, ob ein Mann, welcher leiden⸗ ſchaftlich liebt, weiter nichts von ſeiner Geliebten zu wünſchen und zu erflehen hat, als die Erlaubniß, ihr Briefe ſchreiben zu dürfen?

Amalie zitterte, ſie richtete ihre Augen mit einem Ausdruck der Furcht und des Entſetzens auf das Ant⸗ litz des Barons, der mit ſeinem Faunenlächeln und ſeinem unerſchütterlichen Gleichmuth ihr gerade und forſchend in's Geſicht ſchaute.

Er hatte kein Mitleid mit ihrer mädchenhaften Ver⸗ wirrung, ihrem keuſchen, jungfräulichen Entſetzen. Er ſprach weiter, er ſuchte mit heiterm Spott und frivo⸗ len Scherzen ihre Angſt und ihr Zagen zu beſeitigen, er ſchilderte ihr mit glühenden Farben die Verzweiſtng und Liebesſehnſucht ihres jungen Liebhabers, er be⸗ wies ihr, wie ganz gefahrlos ſie in ihren Zimmern eine Zuſammenkunft haben könne, ohne daß das neu⸗ gierige Auge und Ohr der Dienerſchaft es nur zu ah⸗ nen vermöchte. Mündeten doch die Zimmer der Prin⸗ zeſſin nach dieſem kleinen dunklen Corridor aus, auf welchem gar keine Schildwache ſtand, und von welchem nur eine kleine unbenutzte Treppe hinunter führte in die untere Etage des Schloſſes, in ein kleines unbe⸗ wohntes Zimmer, das ſein nied Fenſter nach dem Garten von Monbijou hinaus Es war alſo nichts weiter nöthig, als die Rieg eſes Fenſters am Tage zurückzuſchieben, damit man in der Nacht daſ⸗ ſelbe geräuſchlos öffnen und durch daſſelbe in das Zimmer einſteigen könne.

Prinzeſſin Amalie, ubwohl ſie nicht antwortete, und durch keinen Blick, kein Lächeln, kein Stirnrunzeln ihre Beiſtimmung oder ihr Zürnen zu erkennen gab, Prin⸗ zeſſin Amalie hörte doch dieſen ſchlimmen und gefähr⸗ lichen Auseinanderſetzungen zu. Sie ließ das Gift

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