Serr von Pöllnitz, geben Sie mir raſch Ihre Zeich⸗
ganzen Hofes, es iſt der junge Lieutenant und Baron von Trenck. Sehr verſchieden war der Eindruck, welchen dieſer Name auf die beiden Damen hervorbrachte. Das vorher ſo geſpannte und freudenvolle Antlitz des Hof⸗ fräuleins nahm plötzlich einen verdrießlichen und miß⸗ vergnügten Ausdruck an, während Prinzeſſin Amalie ſich erröthend und ſichtbar überraſcht abwandte, um Niemand dieſes freudige Lächeln ſehen zu laſſen, das ihre vollen roſigen Lippen umſpielte.
Herr von Pöllnitz, welcher Alles bemerkte, wollte indeß nur das Mißvergnügen des Hoffräuleins ſehen, und der Prinzeſſin Zeit gewähren, ſich zu ſammeln.
Ich ſehe zu meiner Ueberraſchung, ſagte er, daß unſer ſchönes Hoffräulein nicht ſo entzückt iſt, wie ich hoffte. Fräulein, Fräulein, Sie ſind eine wundervolle Schauſpielerin, aber mich werden Sie doch nicht täu⸗ ſchen. Sie ſpielen die Gleichgültige und Enttäuſchte, um die gnädige Prinzeſſin dadurch zu vermögen, ihr Wort zurückzunehmen, und nicht bei Ihren Conferen⸗ zen mit Trenck anweſend zu ſein. Aber das iſt ver⸗ geblich, denn Prinzeſſin Amalie hat mir ihr Wort verpfändet, und ſie wird gewiß die Gnade haben es zu halten.
Gewiß, ſagte die Prinzeſſin lächelnd. Ich werde das wohl thun müſſen, denn einem gegebenen Wort und einem geleiſteten Verſprechen gegenüber ſind ſelbſt die Prinzeſſinnen und Königinnen, wie die Fürſten und Könige, doch nur Menſchen, welche durch ihre Ehre verpflichtet ſind zu erfüllen, was ſie gelobten. Ich werde alſo Wort halten! Aber jetzt genug des Scherzes! Laſſen Sie uns ein wenig von dem Ernſt
des Lebens ſprechen, von unſerer Toilette nämlich.


