Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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Ein Jüngling, mit dem verglichen zu werden Alcibia⸗ des ſich nicht geſchämt haben würde, und den Diana vielleicht ſogar dem träumeriſchen und ſchönen Endy⸗ mion vorgezogen hätte, wenn ſie ihn ſchlafend gefun⸗ den. Und denken Sie nur, Fräulein, mit einer ſolchen Perle der Schöpfung werden Sie nicht allein tanzen, ſondern Sie werden dieſen ſchönen Ganymed auch in dieſen nächſten Tagen ſehr oft ſehen und ſprechen müſſen. Denn es iſt nothwendig, daß Sie mit ihm über die Wahl der Farben Ihres Coſtümes, über die Tanztouren ſich vereinigen, und er wird, wenn anders Ihre Königliche Hoheit es erlaubt, täglich zu Ihnen kommen müſſen. Ach, warum bin ich nicht ein junges Mädchen, warum iſt es mir nicht vergönnt, für dieſen Adonis ſchwärmen und mein armes ausgebranntes Herz zu einem jugendlich ſchwärmeriſchen umzaubern zu können! in 8

Sie ſind ein Narr, welcher gar nicht weiß, wie es in einem Mädchenherzen ausſieht, lachte Fräulein von der Marwitz. In Ihrer Extaſe für Ihren Ado⸗ nis, welcher wahrſcheinlich ein altes verkrüppeltes Un⸗ geheuer iſt, vertauſchen Sie die Rollen, und geben dem Mädchen die Rolle eines ſchmachtenden Liebhabers und Ihrem Ungeheuer den Character einer angegirr⸗ ten und angeſäuſelten Schönen.

Ungeheuer! Mein Gott, ſie hat Ungeheuer ge⸗ ſagt! rief Pöllnitz pathetiſch. Fallen Sie auf Ihre Kniee nieder und bitten Sie Ihr Schickſal um Ver⸗ gebung, Fräulein, denn Sie haben ſich ſchwer an ihm verſündigt. Sie werden das eingeſtehen, wenn ich Ihnen den Namen Ihres Partners nennen werde.

Mein Gott, ſo nennen Sie ihn endlich! NKicht eher, als bis Prinzeſſin Amalie die Gnade gehabt hat, zu verſprechen, daß Sie Ihr armes Herz