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komme in einer ſehr wichtigen Angelegenheit. In einer
empfand, fühlte ſie auch jetzt in ihrem Herzen plötzlich eine ganze reiche Quelle der Liebe und des unſchuldi⸗ gen Mädchenglückes in ſich verſiegen, und mit zittern⸗ den Lippen ſagte ſie laut und feſt: Ich werde niemals wieder eine Freundin haben, denn ich glaube nicht mehr an die Freundſchaft und nicht mehr an ein Mäd⸗ chenherz! Sie ſind Alle falſch, Alle heimtückiſch und hinterliſtig, dieſe Mädchen und Frauen. Für ſie Alle wird mein Herz von jetzt an verſchloſſen ſein, und ihr zutrauensvolles Lächeln und ihre falſche Freundlichkeit wird mich nicht mehr täuſchen können. Oh, mein Gott, mein Gott, ich werde alſo ganz einſam, ganz verlaſſen ſein, ich—
Plötzlich ſtockte ſie und eine dunkle Gluth flog über ihr Antlitz hin. Was war es, was ſie auf einmal in ihrem ſchmerzvollen Selbſtgeſpräch unterbrochen hatte, warum richteten ſich ihre Augen mit einem ſo eigen⸗ thümlichen Ausdruck nach der Thür hin, und warum lauſchte ſie mit ſo ſeltſamer Spannung auf dieſe Stimme, welche jenſeits ihrer Thür erſchallte und mit erhobenem Ton ihren Namen nannte?
Pöllnitz! Es iſt Pöllnitz! flüſterte Prinzeſſin Amalie, und ſie erzitterte in freudigem Schreck.
Ich muß durchaus die Prinzeſſin Amalie ſelber ſprechen! rief die Stimme des Ober⸗Ceremonien⸗ meiſters.
Aber das iſt unmöglich, erwiederte eine andere Stimme. Ihre Königliche Hoheit haben Sich in Ih⸗ rem Boudoir eingeſchloſſen und wollen Niemand em⸗ pfangen.
Ihre Königliche Hoheit werden Ihr Boudoir auf⸗ ſchließen und mir den Eintritt geſtatten, ſobald Sie nur erſt die Güte gehabt, mich anzumelden, denn ich


