Amalie bitter.
hinderte, dem Kronprinzen von Schweden Deine Hand zu reichen, dann würde ich Dich mit aller Kraft mei⸗ ner Schweſterliebe, ja, dann würde ich Dich auf mei⸗ nen Knieen beſchworen haben, dieſe Hand anzunehmen, Dein Herz einzuſargen in dem Purpurmantel Deiner Königswürde, und auf einen Thron zu flüchten, um Dich vor den Gefahren zu retten, mit welchen die Prinzeſſin von dem jungen Mädchen bedroht ward!
Amalie ließ ihre Hände von ihrem Antlitz gleiten und blickte verwirrt und betroffen empor zu ihrer Schweſter, welche vor ihr ſtand, und deren große ernſte Augen mit einem unbeſchreiblichen Ausdruck auf ihr ruheten..
Ich ſagte auch nicht, daß mein Herz mich verhin⸗ dert hätte, ſagte ſie ſtockend und ſchüchtern. Ich ſagte nur, daß wir armen Prinzeſſinnen kein Herz haben dürfen!
Kein Herz für den Einzelnen, aber für das Ganze, rief Ulrike, kein Herz, um zu lieben als Frau, aber ein Herz, um zu lieben als Königin! Du beſchuldigſt mich, Amalie, aber Du vergißt, daß ich mich nicht in Dein Vertrauen eingeſchlichen, ſondern, daß Du mir daſſelbe freiwillig entgegengetragen haſt, daß Du zu mir gekommen biſt, um mir Deine Bedenklichkeiten und Deinen Kummer mitzutheilen. Alsdann habe ich zu Dir geſprochen, wie ich wünſchte, daß man zu mir ſprechen möchte, wenn ich in Deiner Lage und in Deinem Gemüthszuſtande geweſen wäre. Mit einem Wort, ich habe Dir gerathen, Deinem eigenen Gewiſ⸗ ſen, Deiner eigenen Ueberzeugung gemäß.
Aber Deine Nathſchläge ſtimmten wenig überein mit Deinen eigenen Handlungen, Deine Worte haben wenig Aehnlichkeit mit Deinen Geſinnungen! rief


