Mädchen war, als meine edle und ſchöne junge Schweſter.
Worte, Worte, heuchleriſche Worte, rief Annalie. Du warſt es, welche mir den Gedanken eingeflößt zu jenem kindiſchen und widerwärtigen Betragen, das mich einige Tage lang zum Geſpött und Gelächter des ganzen Hofes gemacht. Du warſt eine falſche Freun⸗ din, eine treuloſe Schweſter. Ich ſtand Dir im Wege, und Du wollteſt mich bei Seite ſchieben, deshalb Deine perfiden Rathſchläge, Dein heuchleriſches Beſtärken in meiner Abneigung gegen dieſen Heirathsantrag des ſchwediſchen Geſandten, deshalb mußte ich mich unar⸗ tig, barſch und kindiſch grob zeigen, damit Du in Deiner Liebenswürdigkeit und mädchenhaften Anmuth um ſo glänzender hervortrateſt. Ich war Dir eine Folie, welche das Juwel Deiner Schönheit höher auf⸗ blitzen machte! Oh, oh, es iſt ſchändlich, ſo gemiß⸗ braucht, ſo hintergangen zu werden.
Und mit hervorſtürzenden Thränen ſank Amalie auf einen Seſſel nieder, und begrub ihr Geſicht in ihren beiden Händen. 4
Thörichtes Kind, ſagte Ulrike. Du beſchuldigſt mich, und weißt doch ſehr wohl, daß Du es warſt, welche zu mir kam und mich mit flehenden Worten beſchwor, Dir ein Mittel anzugeben, dieſe verhaßte Ver⸗ bindung mit dem ſchwediſchen Thronfolger zu hinter⸗ treiben.
Du hätteſt mich daran verhindern, Du hätteſt mir dieſen thörichten Gedanken verſcheuchen, Du hätteſt mich daran erinnern ſollen, daß ich eine Prinzeſſin und alſo dazu verdammt bin, kein Herz zu haben.
Auch ſprachſt Du nicht von Deinem Herzen, ſon⸗
dern nur von Deiner Religion. Hätteſt Du mir ge⸗
ſagt, daß es Dein Herz ſei, welches Dich daran ver⸗


