Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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Hände auf dem Rücken gefaltet, ging er im Zimmer auf und ab. Armer Fredersdorf, ſagte er dann leiſe, ich werde ihm heute ſein Steckenpferd zerbrechen, und das ſcheint den Menſchen immer ein unverzeihliches Verbrechen. Ich hätte die Thorheiten und Albernhei⸗ ten dieſer ſogenannten Frommen noch gewähren laſſen, wenn ſie nicht den armen Fredersdorf in ihren Unſinn mit hineingezogen hätten. Aber um ſeinetwillen will ich ihnen jetzt eine Lection geben, damit er einſehen lerne, daß er es mit Betrügern und Charlatans zu thun hat. Möge alſo geſchehen, was geſchehen ſoll. Ich habe Fredersdorf von der Licherlichkeit gerettet. Wenn er dafür auf mich flucht, was liegt daran! 3

Der König hatte Recht. Fredersdorf war außer ſich vor Zorn, und in ſeinem Herzen nicht allein, ſon⸗ dern auch mit ſeinen zitternden, bebenden Lippen ver⸗ wünſchte er den König, den er einen Tyrannen, einen herzloſen Egoiſten nannte, und den er haßte mit jenem leicht aufflackernden Haß der Kinder, welche nicht be⸗ greifen, daß die Hand, welche ſie für eine Unart ſtraft, immer die Hand eines Wohlthäters iſt.

Sie werden nun das Geheimniß erfahren, Sie werden von Gott oder dem Teufel lernen Gold zu machen, und ich, ich werde nicht dabei ſein! murmelte Fredersdorf zähneknirſchend. Wer weiß, ob ſie mir alsdann dieſes koſtbare Recept mittheilen werden, oder ob ſie nicht lieber an mir zu Lügnern und Betrügern werden, und mich hintergehen. Oh, da ſteigt ſchon

der Mond empor und wirft ſeine goldenen Strahlen in dieſes Zimmer, das jetzt mein Gefängniß gewor⸗ den. Jetzt werden ſie ſich verſammeln, jetzt beginnt das heilige Feſt der Beſchwörung! Und ich, ich bin nicht dabei! 4 3