Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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nicht dabei ſein, und ich werde nicht nöthig haben, ihn weiter zu ſtrafen, denn er iſt ſchon geſtraft genug durch ſeinen eigenen Zorn. Ach, mein Freund, wie ſchwer iſt es doch, dem Unverſtande zu wehren und die Thorheit weiſe zu machen. Der kluge und ver⸗ ſtändige Fredersdorf will jetzt durch das Blut eines Ziegenbocks lernen Gold zu machen, und um es zu erreichen, verbindet er ſich mit meinen Widerſachern, den Heuchlern und Pietiſten, und geht in die Bet⸗ ſtunden der Gottloſen, die ſich doch die Gottvollen und die rechten Kinder Gottes nennen. Ach, Jordan, wie elend und erbärmlich iſt doch dieſes Menſchenge⸗ ſchlecht, und wie wenig verdient es, daß wir es lie⸗ ben! Ich habe dieſen Fredersdorf aus der Dunkel⸗ heit und Armuth emporgezogen, ich habe ihn nicht bloß zu meinem Diener, ſondern ich habe ihn zu meinem Vertrauten und zu meinem Freunde gemacht, ich habe ihn geliebt. Und was habe ich dafür geerntet? Sei⸗ nen Undank und ſeinen Haß, da drinnen ſitzt er und flucht und verwünſcht ſeinen König, der doch weiter nichts gethan hat, als daß er ihn vor der Lächerlich⸗ keit und dem kindiſchen Wahnſinn bewahrte. Jordan, Jordan, es iſt ein ſehr undankbares Geſchäft, ein König zu ſein. Es iſt ein ebenſo undankbares Geſchäft, Gott zu ſein, ſagte Jordan mit ſeinem ſanften, ſchmerzlichen Lächeln. Gott und der König werden Beide am mei⸗ ſten mißverſtanden, weil ſie zu hoch ſtehen für die kurzſichtigen Augen der Menſchen, weil man dem Kö⸗ nig nicht verzeiht, daß er kein Gott iſt, allwiſſend und allmächtig wie dieſer, weil man Gott nicht verzeiht, daß er kein Menſch iſt und nicht handelt und thut, wie Menſchen thun und handeln würden. 4 Derr König erwiderte nichts. Sinnend und die