Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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Ernſt zeigte. Dein König befiehlt Dir, für dieſen Abend dieſes Zimmer nicht zu verlaſſen!

Haben Sie Gnade, Sire, ich beſchwöre Sie. Ich bitte nur um zwei Stunden meiner Freiheit, denn ich ſagte Ihnen ſchon, daß es ſich für mich um ein wich⸗ tiges Geſchäft handelt, von dem mein Lebensglück abhängig iſt.

Der König zuckte verächtlich die Achſeln. Dein Lebensglück? ſagte er. Wann weiß denn der kleine kurzſichtige Menſch zu unterſcheiden, welches ſein Le⸗ bensglück ſei? Du ſuchſt es heute vielleicht im Reich⸗ thum, morgen in Deiner Geliebten, und verwünſcheſt übermorgen ſowohl das Eine wie das Andere! Ich kann Dir Deinen Wunſch nicht erfüllen. Ich habe wichtige Arbeit für Dich und ich kann Dir keine Mi⸗ nute Urlaub geben. 1

Sire, ich muß——

Keine Einwendungen mehr, unterbrach ihn der König ſtreng. Du bleibſt hier, ich befehle Dir, dieſes Zimmer nicht zu verlaſſen.

Ich werde dieſen Befehl nicht erfüllen können, rief Fredersdorf ganz außer ſich, wie in Verzweiflung und ſchmerzlicher Wuth. Mögen Euere Majeſtät die Gnade haben, mich aus meinem Dienſt zu entlaſſen, mich frei zu geben, mögen Sie mich für immer aus „Ihrer Nähe verſtoßen, möge ich Ihrer Ungnade an⸗ heim fallen, aber ich muß hente Abend eine Stunde der Freiheit haben!

Des Königs Augen ſchoſſen Blitze und ſein Ant⸗ litz hatte jetzt einen ſo drohenden und ſtolzen Ausdruck angenommen, daß Fredersdorf ſelber, trotz der Ver⸗ blendung ſeiner Aufregung, davor erbebte.

Der König ſagte kein Wort. Er ging nur haſtig nach dieſer andern Thür, welche auf den Corridor

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