Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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denn für dieſen Abend biſt Du der Gefangene Deines Königs.

Der König ſagte das mit einem ſo eigenthümli⸗ chen, ernſten und zugleich liebevollen Ausdruck, daß Fredersdorf ſich unwillkührlich davon ergriffen und

beſänftigt fühlte, und ſeine Lippen auf die Hand preßte, welche der König ihm darreichte.

Wir werden zu arbeiten haben, fuhr Friedrich fort. Denn ich ſage Dir, die Zeit der Muße iſt vor⸗ über und auch die Zeit der Muſen. Bald werde ich meine Flöte wieder in ihren Kaſten legen und mein Schwert wieder aus ſeiner Scheide ziehen, denn, wie es ſcheint, findet meine Muhme Maria Thereſia, daß es einem König von Preußen nicht ziemt, ſein Leben anders als im Feldlager hinzubringen und eine andere Muſik zu vernehmen, als den Donner der Kanonen und die Trompete, welche zur Schlacht ruft. Nun, wenn Oeſterreich denn durchaus den Krieg mit uns will, ſo ſoll es ihn haben, denn nimmer wird Preu⸗ ßen ſich den übermüthigen Forderungen Oeſterreich's fügen, und nimmer wird das Haus Hohenzollern ſich wieder dem Hauſe Habsburg unterordnen und dienſt⸗ bar machen. Meine Muhme, die Kaiſerin, will es immer noch nicht vergeſſen, daß die Churfürſten von Brandenburg den Kaiſern das Waſchbecken bei der Tafel reichen mußten, ſie möchte uns daher immer noch als den Cavaliere servente ihres Hauſes betrach⸗ ten und uns mit Englands, Rußlands und Sachſens Hülfe in das alte Joch zurückzwingen. Aber es ſoll ihr nicht gelingen, und wenn ſie mit England, Ruß⸗ land und Sachſen ein Bündniß geſchloſſen, ſo habe ich daſſelbe gethan mit Frankreich und mit Baiern, zum Schutz des Kaiſers Karl des Siebenten. Das