— 162—
junge Lupinus lehnte ſich traurig und ſeufzend in die Ecke des Wagens zurück, überzeugt, ſein Verhängniß beſchworen und der Gefahr ſich entzogen zu haben. Aber das Verhängniß war über ihm, wie die mit Blitzen angefüllte Wetterwolke, und die Gefahr, wel⸗ cher er entfliehen wollte, folgte ihm nach.
XII. Aberglauben und Pietismus.
Es war alſo endlich erreicht. Die große That war gethan, der ſchwarze Ziegenbock war aufgefunden und nach Berlin gebracht worden.
Mit welcher Ungeduld, mit welcher herzklopfenden Sorge erwartete Fredersdorf den heutigen Abend, welcher ihm endlich die Enthüllung des großen Welt⸗ geheimniſſes bringen, ihn endlich die Kunſt lehren ſollte, Gold zu machen. Zu ſeinem Glücke war der König nicht in Berlin anweſend, ſondern nach Char⸗ lottenburg gegangen, Fredersdorf war alſo für dieſen Abend frei und der Herr ſeines Willens.
Und ſo wird es von morgen ab immer ſein, ſagte er freudig zu ſich ſelber. Von morgen an gehört mir die Welt, und ich beneide den König nicht um ſeinen Thron, den Gelehrten nicht um ſein Wiſſen, und die Jugend und die Schönheit nicht um ihre Wunder⸗ blüthe, denn ich werde mächtiger, geliebter und geehr⸗
ter ſein, als ſie Alle, ich werde eine unerſchöpfliche
Quelle des Goldes haben, des Goldes, welches doch 3


