Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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IV.

Der begnadigte Cavalier.

Wieder begann er zu ſpielen, aber dies Mal war es kein Adagio, ſondern ein heiteres übermüthiges Al⸗ legro, mit dem der König ſich ſeine Traurigkeit über⸗ täuben und die Thränen aus ſeinem Herzen hinweg⸗ jubeln wollte. So, die Flöte blaſend, ging er im Zimmer auf und ab, dann und wann vor dem Sopha ſtehen bleibend, auf welchem zierlich zuſammengerollt das Windſpiel Biche lag. Jedes Mal, wenn der Kö⸗ nig vor ihr ſtehen blieb, hob ſie das Haupt empor, mit ihren klugen freundlichen Augen zu ihm aufblickend, und mit einem ſanften Wedeln ihres Schwanzes ihren königlichen Freund begrüßend, welche Begrüßung der König jedes Mal mit einem freundlichen Kopfnicken erwiederte, bevor er wieder weiter ging. Dann immer noch Flöte blaſend, ging der König zu dem ſilbernen Knopf, der dort in der Ecke des Zimmers auf dem Fußboden ſich befand, und drückte ihn mit dem Fuß nieder.

Dieſer Knopf machte eine Klingel ertönen, welche in dem unmittelbar unter dem Kabinet des Königs ſich befindenden Zimmer Fredersdorf's ausmündete und ihn zu ſeinem Herrn hinaufrief.

Wenige Minuten ſpäter trat der Gerufene in das Zimmer, ruhig an der Thür ſtehen bleibend, bis der König ſein Muſikſtück geendet und die Flöte bei Seite gelegt hatte.

Guten Morgen, Fredersdorf, ſagte der König dann,