erlaubt, werde ich das ſogar ſogleich thun, ſagte Jor⸗ dan, der jetzt nicht mehr die Kraft fand, dieſe phyſiſche Schwäche, die natürliche Folge des Blutauswurfs, zu bewältigen, und ſich ſchwankend und zitternd an den nahen Tiſch lehnen mußte, um nicht umzuſinken.
Der König ſah es und rollte ſofort ſeinen eigenen Lehnſeſſel herbei, Jordan mit liebevoller zärtlicher Be⸗ ſorglichkeit in denſelben niederdrückend. Dann rief er ſeine Kammerlakayen herbei und befahl ihnen leiſe flü⸗ ſternd, Jordan ſo mit dem Lehnſeſſel in ſein Zimmer zu tragen, und dann ſofort den königlichen Leibarzt
Ellert zu dem Kranken zu beſcheiden.
Und es wird doch Alles umſouſt ſein und ich werde ihn dennoch verlieren, murmelte der König, während er traurig nach der Thür hinblickte, durch welche ſo eben die Geſtalt ſeines Freundes entſchwunden war. Ja, ich werde ihn verlieren, wie ich Suhm verloren habe, und wie ich bald auch meinen Cäſarion, den guten Kaiſerling, verlieren werde. Oh, oh, warum gab mir Gott ein ſo warmes Herz für die Freund⸗ ſchaft, wenn er mir doch die Freunde nicht laſſen will!
Die Arme ineinanderſchlagend trat er an's Fenſter und blickte lange gedankenvoll und traurig in den Gar⸗ ten hinunter, deſſen friſches Grünen und Blühen er dennoch nicht gewahrte, weil ſein Blick nach innen ge⸗ kehrt war, und dort die Grabeshügel ſeiner Freunde ſah.
Aber plötzlich ſich aus ſeinem Sinnen emporraf⸗ fend, ſchüttelte er haſtig ſein Haupt, wie der Löwe es thun mag, wenn irgend ein Gewürm ſich in ſeine Mähne verwirrt hat, und griff dann nach ſeiner Flöte, dieſer treuen Gefährtin aller ſeiner Leiden und Kämpfe.


