— 38— ſehr er dieſes unheilvolle Zeichen der Krankheit ſeines Freundes erkannte und fürchtete.
Nun ja, ſagte Jordan mit erzwungener Heiterkeit, es iſt Blut, welches ich vergoſſen habe. Euere Ma⸗ jeſtät ſehen alſo wie blutdürſtig ich bin, nur daß ich unglücklicher Weiſe nicht Ihrer Feinde Blut vergieße, ſondern mein eigenes, welches ich freilich gern tropfen⸗ weiſe vergießen möchte, wenn ich meinem edlen und geliebten Friedrich dadurch eine Stunde der Sorge oder des Kummers erſparen könnte!
Und Du biſt es doch jetzt, welcher mir Kummer macht, rief Friedrich faſt zürnend. Du biſt krank und verſchweigſt es mir, Du leideſt und zwingſt Dich zur Heiterkeit und verbirgſt mir Deine Leiden, ſtatt Dich an meine Aerzte zu wenden und ihren Rath und Bei⸗ ſtand zu beanſpruchen.
Friedrich der Weiſe ſagte mir einſt, die Aerzte ſeien Quackſalber und Charlatane, und nur wer einen lang⸗ ſamen Selbſtmord begehen wolle, ſolle ſich von ihnen Recepte ſchreiben laſſen.
Nicht doch, das ſagte Dir⸗ nicht Friedrich der Weiſe, ſondern Friedrich der Thor, welcher am Tage wohl ſagt, daß er keine Furcht habe vor Geſpenſtern, aber doch um die Mitternachtsſtunde ſehr gern ein Vater⸗ unſer betet, um ſie abzuwehren. Wer wollte auch zu den Aerzten Vertrauen haben, ſo lange man geſund
iſt; nur wenn man krank iſt und ihrer bedarf, füngt man an, ſie hochzuſchätzen. Du biſt krank, Deine Bruſt leidet! Ich bitte Dich alſo, mein Jordan, ja ich fordere es von Dir als ein Zeichen Deiner Freund⸗ ſchaft, daß Du ſofort Dich an meinen Arzt wendeſt und genau und pünktlich befolgſt, was er Dir ſagen wird. 3
Ich werde das thun, und wenn Euere Majeſtät
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