Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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ſeiner Bruſt hervor. Mit einer raſchen heftigen Be⸗ wegung machte er ſich aus den Armen des Königs frei, und haſtig einige Schritte zurücktretend, wandte er ſich ab und drückte ſein Taſchentuch feſt an ſeine Lippen.

Jordan, Du leideſt, Du biſt kranke rief der König angſtvoll?

Jordan wandte ſich wieder zu ihm hin, und ſein Antlitz war ruhig und heiter, ſein Auge ſtrahlte wie⸗ der in dem ſo ſeltſamen, ſo geheimnißvoll rührenden Feuer dieſer Krankheit, welche den Tod unter den hell⸗ aufglühenden Roſen der Wangen und den leuchtenden Augen verbirgt, und minder grauſam als alle andern Krankheiten, der Seele ihre Friſche und dem Herzen ſeine Liebeskraft läßt!

Nicht doch, Sire, ſagte Jordan lächelnd, ich leide gar nicht, und wie könnte ich in ihrer Nähe auch an⸗ ders als glücklich, geſund und frohen Herzens ſein!

Und indem er ſo ſprach, wollte er das Taſchentuch wieder in ſeiner Rocktaſche bergen.

Aber der König blickte mit ernſten, faſt ſtrengen Augen auf dieſes Tuch hin. 4

Jordan, ſagte er, warum drückteſt Du das Tuch vorher ſo haſtig an Deine Lippen?

Jordan zwang ſich zu lachen. Nun, ſagte er, weil ich, wie Euere Majeſtät gehört haben, huſten mußte und ich Ihnen dieſe unangenehme Muſik nur mit einem Sardino geben wollte.

Nein, es geſchah nicht deshalb, ſagte der König, und haſtig auf Jordan zuſchreitend, entriß er ihm das Tuch.

Blut, es iſt mit Blut getränkt, rief der König ſo ſchmerzvoll, ſo klagend aus, daß man wohl fühlte, wie