Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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tend wie ein Sternbild am Horizont ſtehen und daß mein Volk, wenn es nach Jahrhunderten meiner ge⸗ denkt, noch ſagen ſoll: Friedrich der Zweite, das war der König, welcher Preußen groß gemacht und ſeine Gren⸗ zen erweitert hat, das war der Vater, welcher ſein Volk mehr geliebt hat, als ſich ſelber, denn er opferte ſeinem Dienſt die eigene Nuhe, die eigene Behaglich⸗ keit, das war der Lehrer, welcher unſere Geiſter frei gemacht und uns mündig geſprochen hat! Ob, Freund, Du mußt mir helfen und beiſtehen, dies Ziel zu er⸗ reichen, nach welchem meine ganze Seele dürſtet. Bleibe alſo, bleibe mit Deiner Liebe, Deiner Treue, Deiner Wahrheit und Aufrichtigkeit immer an meiner Seite, hilf mir, das Gute fördern, das Schlechte ſtrafen, das Edle erkennen und das Unedle entlarven! Oh, Jor⸗ dan, Jordan, Gott hat mich vielleicht beſtimmt, ein großer König zu ſein, hilf Du mir auch ein guter Menſch zu bleiben!

Er warf ſich mit leidenſchaftlichem Ungeſtüm an Jordan's Bruſt und drückte ihn feſt und innig in ſeine Arme.

Jordan fand nicht die Kraft zu ſprechen, aber den König feſt umſchlingend, hob er das große feuchte Auge zum Himmel empor. In dieſem Auge ſtand ein Ge⸗ bet, ein inbrünſtiges, glühendes Gebet für dieſen Mann, welcher da an ſeinem Buſen ruhte und welcher für ihn nicht der mächtige, gebietende König, ſondern der edle, liebevolle Menſch, der Dichter und Gelehrte, der Freund war, zu deſſen Genie er bewundernd und an⸗ betend emporblickte.— Aber wie er jetzt andachtsvoll, tief erſchüttert zum Himmel aufſchauete, flog es plötz⸗ lich kalt und eiſig, wie der Athem des Todes über ſein Antlitz hin, wühlte es in ſeiner Bruſt mit glühenden Eiſenzangen. Ein kurzes leiſes Hüſteln drang aus