Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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Die Morgenſtunde eines Nönigs.

König Friedrich hatte ſein Adagio beendet und ſtand, die Flöte noch immer in der herabgeſenkten Hand hal⸗ tend, neben dem offenen Fenſter, an deſſen Brüſtung gelehnt er hinausſchaute in den Garten. Sein ſonſt ſo feuriges großes Auge war eben wie von leiſer Wehmuth geſänftigt, um ſeinen feinen, edelgeformten Mund zuckte es wie ein ſchmerzliches Lächeln. Die Töne, welche er eben geſpielt, klangen noch in ihm nach und hielten ſeine Seele noch in leiſer Schwer⸗ muth gefangen. Aber ſei es, daß er ſich ſeinem trü⸗ ben Sinnen entreißen wollte oder daß er dem Ideen⸗ gange folgte, welchen ſeine Gedanken in ihm angeregt, er ſchellte heftig und befahl dem eintretenden Lakayen, den Geheimrath und Direktor des Armenweſens Jor⸗ dan zu ihm zu beſcheiden.

Wenige Minuten ſpäter trat der Gerufene, wel⸗ cher ſich ſeit einigen Tagen als Gaſt des Königs im Schloß zu Charlottenburg befand, in das Zimmer des Königs.

Friedrich ging ihm lebhaft entgegen und reichte ihm ſeine beiden Hände dar.

Guten Morgen, Jordan, ſagte er, ihm mit dem Ausdruck innigſter Theilnahme in das bleiche kranke Antlitz ſchauend. Ich hoffe, Du haſt eine ſchöne und erquickliche Nacht gehabt. 4

Eine ſchöne Nacht, gewiß, denn ich träumte von Eurer Majeſtät! ſagte Jordan mit einem ſanften Lächeln. Der König ließ ſeine Hände los und trat ſeufzend

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