Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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geſſen. Aber noch einige Fragen, theuerſter Freders⸗ dorf! Sie ſagen, die Königin Mutter habe keinen Ein⸗ fluß. Wie aber iſt es mit der Gemahlin des Königs, mit Eliſabeth Chriſtine? Iſt Sie vielleicht jetzt die regierende Königin?

Wann ſind Sie von Ihrer Reiſe zurückgekehrt?

Nun, dieſe Nacht, und kaum vom Wagen geſtiegen eilte ich hierher.

Das iſt freilich eine Entſchuldigung für Ihre Frage, denn wenn ſie erſt dieſe Nacht angekommen ſind, konn⸗ ten Sie freilich noch nicht wiſſen, was heute für ein wichtiges Ereigniß bei Hofe ſtattfindet! Der König wird heute ſeinem Hofe ſeinen Bruder Auguſt Wilhelm als den Prinzen von Preußen, ſeinen Thronfolger, vor⸗ ſtellen. Ich denke, das iſt eine genügende Antwort auf Ihre Frage nach der Königin. Sie lebt in Schönhauſen und iſt die Wittwe ihres Gemahls, des Königs, wel⸗ cher niemals das Wort an ſie richtet, ſelbſt dann nicht, wenn er an den großen Galatagen bei Tafel neben ihr ſitzt.

Nun noch eine letzte Frage, theuerſter Freund? Wie ſteht es mit Ihnen? Sind Sie noch einflußreich? Liebt der König Sie noch immer ſo ſehr, wie vor einem Jahr? Haben Sie Hoffnung, das Ziel Ihres Ehrgeizes zu erreichen und Einfluß zu gewinnen?

Ich bin nicht mehr ehrgeizig, ſagte Fredersdorf ſeufzend. Nein, ich habe keine Sehnſucht mehr dar⸗ nach, der König. eines Königs zu ſein, ſondern mein einziges Sehnen iſt, unabhängig von allen Königen der Welt, kurz, mein eigener König und Herr zu ſein. Vielleicht gelingt mir dies bald! Wo nicht, nun, ſo wird es mir ergehen wie ſo vielen Andern: da ich meine Sclavenketten nicht zerreißen kann, ſo werde ich von ihnen erdrückt werden. Was aber meinen Einfluß

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