Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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ein ganz gewöhnliches Menſchenkind wird, welches eſſen, trinken, ſchlafen und ſich kleiden und ſeine kör⸗ perlichen Schwächen und Gebrechen verſtecken und übermalen muß, wie jeder andere Menſch!

Fredersdorf ſchüttelte ſchwermüthig das Haupt. Es ſcheint, ſagte er, daß Friedrich II. unantaſtbar iſt, denn ſelbſt ſeinem Koch und ſeinem Kammerdiener gegen⸗ über bleibt er immer noch König. Seine Köche mögen ihm die koſtbarſten und herrlichſten Gerichte bereiten, er iſt leider nicht damit zu beſtechen. Ein ſchlecht ge⸗ lungenes Gericht macht ihn zornig, aber die auser⸗ leſenſten Speiſen haben durchaus keinen Einfluß auf ſeine Stimmung; er iſt nach der Tafel niemals an⸗ ders geſtimmt als vor der Tafel, und was er vor dem Eſſen und dem Champagner ausgeſchlagen, das be⸗ willigt er auch nachher nicht!

Den Teufel auch, das iſt ſchlimm, murmelte Herr von Pöllnitz. Und der Kammerdiener, auch dem ge⸗ genüber bleibt der König König?

So ſehr, daß er ſeinen Kammerdienern kaum ge⸗ ſtattet ſeinen Körper zu berühren, und ſich ſelber fri⸗ ſirt, raſirt und ankleidet.

Aber mein Gott, wer hat denn Einfluß auf ihn? An wen muß man ſich wenden, um eine Fürbitte ein⸗ zulegen?

An ſeine Hunde, theuerſter Baron! Das ſind jetzt noch die einzigen Perſonen von Einfluß.

Meinen Sie im Ernſt die vierbeinigen Hunde, oder

Die vierbeinigen, Theuerſter, denen der König in der That mehr vertraut als den zweibeinigen Geſchöpfen. Sie wiſſen, daß der König viel auf den Inſtinct ſei⸗ ner Hunde giebt; nun, er iſt jetzt dahin gekommen zu glauben, daß die Hunde eine inſtinctmäßige Averſion