Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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Fragen Sie mich jetzt nichts, Fredersdorf, ſagte er hochaufathmend, laſſen Sie mich erſt ungeſtört ein wenig die glückliche Behaglichkeit hier auf Ihrem Sopha genießen, und thun Sie mir den einzigen Lie⸗ besdienſt, zuvörderſt mir auf einige Fragen zu ant⸗ worten, bevor ich Ihnen ein Gleiches thue.

Fragen Sie, Herr Baron, ich werde Ihnen ant⸗ worten, ſagte Fredersdorf, indem er ſich auf einen Stuhl neben dem Sopha niederſetzte.

Zuvörderſt alſo! Wer iſt König von Preußen? Sie oder Jordan, oder General von Rothenburg oder Chazot, oder mein Gott, ſo helfen Sie mir doch und ſagen Sie mir, wer iſt König von Preußen?

Das iſt Friedrich 11., und Er ganz allein, und Er ſo ſehr, daß ſelbſt ſeine Miniſter nichts weiter ſind als die Schreiber, welche ſeinen Willen aufſchreiben, und die Generale: die Unteringenieure, welche die Schlacht⸗ pläne aufzeichnen die Er ſich erſonnen, und ſeine Com⸗ poniſten: die Notenſtecher ſeiner Melodieen und muͤſika⸗ liſchen Gedanken, und die Architecten: die Zimmer⸗ meiſter, welche nichts weiter zu thun haben als den Bauplan auszuführen, den er entworfen oder wenig⸗ ſtens nach alten, griechiſchen Vorbildern ausgewählt hat, und alle Beamte: nur einzelne Stifte in dieſer großen Maſchine des Staates, die Sein Wille allein zu lenken und zu regieren verſteht!

Hm, das iſt übel, ſehr übel, ſagte Pöllnitz. In⸗ deſſen finde ich, daß Sie zwei Sorten von Menſchen nicht angeführt haben in dieſem Regiſter von Stiften, welche Friedrichs Hand lenkt und regiert. Sie haben nichts geſagt über ſeine Köche und nichts über ſeine Kammerdiener, und doch ſind dieſe ſehr wichtig, denn Sie wiſſen wohl, daß für dieſe beiden Sorten von Menſchen jeder König aufhört ein König zu ſein und