Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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deſſen, wie ſie ſich annäherte, drückten Fredersdorf's Züge das größte Erſtaunen, die größte Ueberraſchung aus, und als dieſelbe jetzt dicht vor ſeinem Fenſter ſtand, brach er in ein lautes Lachen aus.

Herr von Pöllnitz! Wirklich und wahrhaftig, ich täuſche mich nicht, es iſt der Herr von Pöllnitz! rief Fredersdorf, die Hände in einander ſchlagend, alsdann wieder in Gelächter ausbrechend, in welches der andere fröhlich mit einſtimmte.

Dann plötzlich eine ernſthafte Miene annehmend, verneigte ſich Fredersdorf ehrerbietig. Verzeihung, Herr Baron, ſagte er mit dem Ton anſcheinender

Demuth, Verzeihung, daß ich es wagte, Sie auf eine ſo unehrerbietige Weiſe willkommen zu heißen. Aber die Ueberraſchung, Sie wieder zu ſehen, nachdem Sie für immer von unſerem Hofe Abſchied genommen, und wir uns aus Ihrem Andenken ſchon einen Thrä⸗ nenkrug gemacht hatten, über dem wir Sie beweinten, die Ueberraſchung hatte mich überwältigt.

Spotten und lachen Sie immerhin, theuerſter Fre⸗ dersdorf, ſagte Herr von Pöllnitz, ich werde in Ihren Spott und Ihr Gelächter fröhlich mit einſtimmen, ſo⸗ bald ich mich nur erſt ein wenig ausgeruht habe von

dieſem holprigen Wagen, der mich hieher geführt hat.

Oeffnen Sie mir alſo gefälligſt das Fenſter ein wenig mehr, und ſetzen Sie einen Stuhl hier draußen unter daſſelbe, damit ich zu Ihnen einſteigen kann, wie ein brünſtig Liebender zu ſeiner Geliebten, und nicht erſt nöthig habe, den weiten Umweg bis zum Schloßthor zu machen.. Fredersdorf that ſchweigend was der Baron von ihm forderte, und wenige Minuten ſpäter lag Herr von Pöllnitz behaglich ausgeſtreckt in dem Zimmer des Geheimkämmerers auf dem ſeidenen Divan.

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