— 11—
bei dieſer Frage eine krankhafte fieberiſche Röthe, die dann einer noch krankhafteren Bläſſe wich.
Wenn dem ſo wäre, ſo würde ich entweder wahn⸗ ſinnig werden, oder ſterben! murmelte er leiſe vor ſich hin.
Und alsdann würdeſt Du vielleicht den Teufel von Angeſicht zu Angeſicht ſchauen! rief ſein Bruder mit heiterm Lachen. Aber vielleicht fände ſich für Dich eine Euridice, die Dich der Unterwelt wieder entriſſe. Nun, wir werden ſehen! Bis dahin Lebewohl, mein Bruder, Lebewohl!
Seinem Bruder einen Abſchiedsgruß zunickend, eilte Joſeph leichten Schrittes von dannen. Freders⸗ dorf ſchaute mit einem ſchwermüthigen Lächeln ſeiner ſchlanken, hohen Geſtalt nach, welche eben zwiſchen den Bäumen am Ende der Allee verſchwand.
Er beſitzt etwas, welches am Ende noch mehr werth iſt, als Gold und Macht, ſagte er. Er iſt ge⸗ ſund, jung und voll Hoffnung und Zuverſicht! Ihm gehört alſo die Welt, während ich—
Das Geräuſch herannahender Schritte machte ihn verſtummen und mit geſpannter Aufmerkſamkeit ſchaute Fredersdorf wieder die Allee hinunter.
II.
Der alte Hofmann.
Dort zeigte ſich abermals eine männliche Geſtalt, welche näher und näher kam, aber minder leichten und
beflügelten Schrittes, als der junge Fredersdorf. n


