Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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4 V

Leiche, welche ſehr nach Verweſung riecht, und die wir

ſehr bald werden beerdigen müſſen!

Mögt Ihr das thun! Der König hat ja die Scheidungen leicht gemacht!

Leichter, als das Heirathen, nicht wahr, mein Bru⸗ der? Ah, Du errötheſt, denn Du findeſt, daß Dein leichtfertiger Bruder aufmerkſamere Augen hat, als Du dachteſt, und mehr ſieht, als man ihn ſehen laſſen will? Ja, ja, ich habe wirklich geſehen, daß Du von Gott Amors Pfeil getroffen biſt, und daß Dein Herz blutet, weil Dein edler König ſeinem Geheimkämmerer nicht geſtatten will, ſich zu vermählen.

Oh, wenn ich erſt das heilige Geheimniß kenne, wenn ich erſt Gold zu machen verſtehe, dann werde ich keinen König mehr zu fragen haben, dann werde ich ſelber König meines Willens ſein.

Ha! Und daß Du das werdeſt, dazu bedarf es, wie geſagt, weiter nichts, als eines ſchwarzen Ziegen⸗ bockes. Schaffe uns alſo den Ziegenbock, mein mäch⸗ tiger und vielvermögender Bruder, und Alles wird gethan ſein!*.

Und zu denken, daß ich nicht fort kann, daß ich die Hände in den Schooß legen und ruhig abwarten muß] rief Fredersdorf verzweiflungsvoll. Oh, welche Sclaverei iſt dies! Aber Ihr, Ihr ſeid nicht ge⸗ feſſelt, Euch gehört die ganze Welt, und Ihr könnt ſie durchſtreifen, dieſes Opfer zu ſuchen, welches der Teufel begehrt!

Gieb uns Geld, mein Bruder, und wir werden es thun! Ohne Geld keinen Ziegenbock, und ohne Ziegenbock keinen Teufel! 3 3

Fredersdorf verſchwand einige Minuten vom Fen⸗ ſter und kehrte dann mit einer gefüllten Börſe zurück die er ſeinem Bruder darreichte.