Alſo wieder vier Wochen des Harrens, der Un⸗ geduld und Qual! murmelte Fredersdorf.
Vier Wochen des Suchens nach dieſem ſchwarzen Ziegenbock, der nicht ein weißes Haar haben darf! Es wird ſehr ſchwer ſein, einen ſolchen zu finden!
Oh die Welt iſt groß, und wir werden überall hin unſere Boten ausſenden! Wir werden ihn finden, denn dem wahrhaft Suchenden ergiebt ſich endlich das Geſuchte!
Aber es wird dazu viel Geld bedürfen, an dem wir unglücklicher Weiſe ſchon Mangel leiden!
Wir? Welche wir? fragte Fredersdorf mit ver⸗ ächtlichem Achzelzucken.
Wir! Das heißt zu allererſt meine eigene Per⸗ ſon, denn Du begreifſt, mein Bruder, daß ein Student, wie ich es doch noch bin, niemals Geld übrig hat, um dafür andere Ziegenböcke als höchſtens von Zeit zu Zeit den Schneider zu bezahlen! Wir, das heißt ferner, der Hauptmann von Kleiſt, in deſſen Hauſe heute Nacht die Verſammlung ſtatt fand, und der dem Teufel ſchon mehr als einen ſchwarzen Ziegenbock, der ihm ſeine Geſundheß ſeine Ruhe und ſein häus⸗ liches Glück geopfert hat, denn ſeine Frau findet es ſeltſam, daß er jede Nacht faſt den Teufel anderswo ſucht, als in ihren ſchönen Armen.
Ja, ich begreife das! ſagte Fredersdorf lächelnd. Die ſchöne Frau von Kleiſt will noch immer die
Uebermüthige, liebeſelige Luiſe von Schwerin ſein, welche ſie einſt geweſen. Die Ehe hat kein Waſſer in
ihr heißes Blut gegoſſen! Nein, ſondern nur ganze Ströme Weins in das Blut ihres Gemahls, und in dieſen Strömen iſt ihre
Liebe und ihr Glüit ertrunken. Wir haben da eine


