Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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herauf, welche von dem großen Eingangsthor des Gar⸗

tens bis zu den Gewächshäuſern führte, und näherte

ſich dann, vorſichtig umherblickend, dem erſten Fen⸗

ſter der untern Etage des diesſeitigen Schloßflügels. Dieſes Fenſter war geſchloſſen, und von innen mit Fenſterladen verſehen, wie alle übrigen, aber zwiſchen 5 der Glasſcheibe und dem Fenſterladen war ein weißes

Stück Papier eingeklebt, das entweder der Zufall oder eine beſtimmte Abſicht da befeſtigt hatte.

Der junge Mann indeſſen ſchien durchaus nicht an den Zufall zu glauben; für ihn war dieſes kleine Stückchen Papier ein verabredetes Zeichen, und er klopfte daher an die Glasſcheibe, deren grelles Klin⸗ gen auf einen Augenblick das tiefe Schweigen rings⸗ umher unterbrach. Dann ward wieder Alles ſtüll, bis der junge Mann zum zweitenmal daſſelbe Ge⸗ räuſch, diesmal aber ein wenig lauter noch, ertönen 3 ließ. Dann ſtand er wieder ſtill und horchte. Aber diesmal war ſein Klopfen erfolgreich. Der Fenſter⸗ 3 laden ward langſam und vorſichtig von innen ein wenig geöffnet, und man ſah jetzt hinter den Scheiben das 1 bleiche und kranke Geſicht des Geheimkämmerers Fre⸗ dersdorf, des Lieblings ſeines königlichen Herrn, er⸗ ſcheinen. Als er den jungen Mann erblickte, nahmen ſeine ſchlaffen, kranken Geſichtszüge einen lebhafteren Ausdruck an, und ein ſchwaches Lächeln umſpielte ſeine ſchmalen Lippen. Haſtig öffnete er das Fenſter, und reichte dem Jüngling die Hand dar.

Guten Morgen, Joſeph, ſagte er leiſe. Ich habe die ganze Nacht nicht geſchlafen, ſo ungeduldig war ich, von Dir Nachrichten zu erhalten. Nun, ſage ſchnell! Wie iſt es geworden? Hat er ſich endlich gezeigt?

Joſeph wiegte traurig das Haupt. Er hat ſi immer noch nicht gezeigt, ſagte er dumpf vor ſich hin