J. Die Teufelsbeſchmörer.
Es war ein wundervoller Maitag; die Sonne, eben erſt aufgegangen, hatte die Blüthen und das friſche Grün des Gartens von Charlottenburg noch nicht gewelkt, ſondern nur erquickt zu neuem Blühen und Grünen. Die Bügel ſangen luſtig in den Bos⸗ quets, und wenn der Wind mit leiſem Säuſeln durch die lange Reihe dieſer blühenden Lorbeer⸗ und Oran⸗ genbäume fuhr, welche vor dem von Friedrich I. er⸗ bauten prachtvollen Gewächshauſe aufgeſtellt waren, ſo trug er eine Wolke ſüßen, bezaubernden Wohlge⸗ ruches über den ganzen Garten hin.
Dieſer Garten war heute noch ſtill und menſchen⸗ leer, und die geſchloſſenen Fenſterladen des Schloſſes bewieſen, daß nicht der König allein, ſondern auch die ganze Schaar ſeiner Diener, von den Großwürden⸗ trägern und dienſtthuenden Kammerherren an bis zu dem Küchenjungen und Gärtnerburſchen, ſich noch der Erquickung der Ruhe und des Schlafes hingaben. Pltzlich ward dieſe Stille durch das Geräuſch haſti⸗ ger Schritte unterbrochen. Ein junger Mann, in ein⸗
8e bürgerlicher Tracht, kam wsſ die große Allee 6 6 4* 3


