Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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Körben Caviar, Butarga und Zibeben, Datteln und Mandeln in ſilbernen Schalen darreichte, und die⸗ ſelben zu den Füßen des Königs niederſetzte.

Dann wieder wandte er ſich mit lautem Ruf der Thür des Zeltes zu, dieſe öffnete ſich, und es er⸗ ſchien ein Tartar in weißem Wolfspelz, eine gol⸗ dene Schale in der Hand haltend, in der ſich eine weiße dampfende Flüſſigkeit befand.

Muſtapha nahm ſie und inieete mit derſelben vor Friedrich nieder. Sire, ſagte er, mein erha⸗ bener Gebieter Krimgerai bittet Dich, mit ihm zu trinken von ſeinem Liebestrank. Er hat, bevor er Dir dieſe Schale ſandte, mit den Lippen den Rand derſelben geküßt, und wenn Du jetzt die Deinen an die Schale hefteſt, ſo findet der große Adler und Held des Nordens da den Bruderkuß des Adlers und Helden des Süden.

Was iſt das? fragte der König leiſe Herrn von Rexin, der zur Seite des Divans ſtand.

Sire, es iſt Pferdemilch, flüſterte Rexin.

Der König zuckte leicht zuſammen, und faſt wäre der Inhalt der Schale, die er eben von Muſtapha angenommen hatte, verſchüttet worden. Aber dann überwand der König dieſes Erſchrecken, und hob ruhig und lächelnd die Schale empor. Nachdem er ſeine Lippen an den Rand derſelben gelegt, reichte er ſie wieder dem Geſandten dar.

Ich habe von dem Rande der Schale den Kuß meines Freundes getrunken, ſagte er. Möge un⸗ ſerer Freundſchaft eine lange Dauer gewährt ſein!

Allah gewähre dieſen Wunſch! rief Muſtapha emphatiſch. Sire, mein hoher Chan ſendet Dir ſeine Grüße, und da er hoffen darf, daß Dir wir ihm das berauſchende Lieblingsgetränk jedes echten Tar⸗