Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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winnen werdet, dieſes Schwert um Deine Hüfte zu gürten. Ein gleiches Schwert, gehärtet in demſelben Feuer, und verziert mit demſelben Spruch, trägt der Chan, und wenn dieſe beiden Säbel die Luft durch⸗ ſchneiden, wird ganz Rußland erbeben, und wie bei einem göttlichen Erdbeben wird es in Trümmer zerfallen. Der König nahm den Säbel, welchen ihm Mu⸗ ſtapha Aga knieend überreichte, und betrachtete ihn aufmerkſam. Dann deutetete er auf die vergoldeten Buchſtaben, die ſich durch die reizenden Ornamente der koſtbaren Damascenerklinge der Länge nach hin⸗ zogen. Was beſagt dieſer Spruch? fragte er.. . Sire, erwiederte Muſtapha feierlich, es ſind die Worte, mit welchen der Tartar in die Schlacht zieht, um die Ehre ſeines Hauſes und ſeiner Fa⸗ milie zu vertheidigen und zu rächen, um ſein Land gegen den Feind und die bedrohende Knechtſchaft zu ſichern. Der Schlachtruf des Tartaren, er lautet alſo:Den Brand, den Brand, nur nicht die Schand! Die Rach', die Rach', nur nicht die Schmach!*)

Ich nehme das Schwert, rief der König lebhaft, denn dieſes Motto gefällt mir wohl. Es enthält in wenigen Worten eine ganze Kriegsgeſchichte, und ſagt zugleich mehr von der Barbarei des Krieges, als alle gelehrten und frommen Auseinanderſetzungen. Ich ſage dem Chan meinen Dank für ſein ſchönes Geſchenk. 8

*) Dieſer Schlachtruf der Tartaren lautet in der Urſprache: En-nar, en-nar, we la el aar, et thar, et thar, we la el aari Siehenhammer⸗ Geſchichte des Osmaniſchen Reiches. Th. 8.

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