Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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Ich wäre gern bereit, die Bitte des hohen Chans

zu erfüllen, erwiederte der König lächelnd, nur daß

es ein wenig weit iſt von meinem Hauſe bis zu dem Hauſe des Chans.

Sire, das Haus meines hohen Herrn ſteht vor

3 der Thür, ſagte Muſtapha Aga, ſich tief verneigend. Am Tage unſerer Abreiſe betrat es der Chan und grüßte die Wände mit dem Gruß der Liebe, und rief in alle Weltgegenden:ſei mir gegrüßt, hoher kö⸗ niglicher Bruder! Sei mir gegrüßt Adler des Nor⸗ dens! Meine Seele neigt ſich zu Dir und giebt Dir den Bruderkuß. Sei mir gegrüßt Du Heldenkönig, Du verhaßter Feind der Czarin, Krimgerai bietet Dir ſein Herz und ſeine Seele an, und will Dein Freund ſein für alle Zeiten. Sire, ſo ſprach

mein Herr, der Chan, und die Luft ſeines Hauſes iſt voll von ſeinen Worten, ſie haften noch an den Wänden und ſeine Blicke leuchten von der Decke hernieder. Sire, wollen Euer Majeſtät geruhen her⸗ abzuſteigen von Ihrem Thron und meinem hohen Herrn, dem Chan Krimgerai, dem Löwen der Steppe, Ihren Gegenbeſuch zu machen.

Der König erhob ſich lebhaft von ſeinem Sitz.

Ich bin ganz bereit dazu, ſagte er. Führen Sie mich in das Haus des Chans. Gehen Sie voran und zeigen Sie mir den Weg.

Muſtapha Aga winkte den Korbträgern und Dienern und Beamten hinauszugehen, dann ſprach er raſch und dringend einige Worte mit den Sprach⸗ knaben, und auch dieſe entfernten ſich. Nun ver⸗ neigte er ſich bis zur Erde vor dem König, und ſich dann hoch und ſtolz aufrichtend, ſchritt er ihm voran durch das Zimmer, über den Flur bis vor die Haus⸗ thür hin. 1

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